Der Himmel auf Erden - Riesenflohmarkt auf der Theresienwiese...

Nicht nur während des Oktoberfestes ist uns Bayern die Theresienwiese ein Himmel auf Erden.

 

Nein, für viele "trödelwütige" Münchener und Zuagroaste ("Zugereiste") ist der (leider nur ein Mal im Jahr stattfindende) Riesenflohmarkt auf der Theresienwiese der absolute Himmel.

 

Gestern war es wieder soweit und getreu dem Motto "der Petrus muss ein Bayer sein" pilgerten bis zu 80.000 Menschen bei strahlendem Sonnenschein auf die Theresienwiese, um bei über 2.000 Händlern Schätze zu finden.

 

Ich war natürlich auch da, möchte Euch kurz berichten und meine Funde vorstellen...

Auf der Theresienwiese gibt es wirklich nichts, was es nicht gibt. Ich genieße es immer besonders, eine zeitlang am Eingang zu verweilen und zu beobachten, was die Leute so alles "rausschleppen". Das ist wirklich besser als jede TV Serie.

 

Da es auch Möbel und wirklich sperrige Sachen gibt, sind die Transportmethoden oft sehr amüsant. Da werden WG-Freundschaften auf die Probe gestellt (oder gefestigt), weil man versucht, den wunderschönen, alten Bauerntisch aus Massivholz mit stattlichen Ausmaßen (schließlich soll ja jeder der 10 Mitbewohner Platz finden) zu Zweit per U-Bahn nach Hause zu transportieren.

 

Oder es werden Kinderwägen komplett beladen und man kann nur hoffen, dass die Leute das zugehörige Kind nicht vor lauter Kaufrausch irgendwo vergessen haben. Die Profis reisen eh schon mit Sackkarre an...

 

 

Ob diese Schätze neue Besitzer gefunden haben?

Bevor ich Euch nun meine Ausbeute zeige, möchte ich noch eine kleine Anekdote erzählen. Denn das ist es auch, was Flohmärkte so schön macht. Man kommt ins Gespräch mit den unterschiedlichsten Leuten und erfährt tolle Geschichten zu besonderen Gegenständen.

So passiert an einem Stand, an dem mir ein wunderschöner, alter Holzfächer auffiel. Er war mit kleinen Blüten handbemalt und auf jeder Lamelle stand etwas per Hand geschrieben, sogar auf der Rückseite.

 

Die Dame erzählte mir, es sei ein Tanzfächer. Bis dato kannte ich nur "Tanzkarten", wo sich die Herren eintrugen, um mit der Dame ihrer Wahl tanzen zu dürfen. Dieser Fächer erfüllte wohl dieselbe Funktion. Die Eintragungen stammen von um 1900 und sind teils richtige Liebesbekundungen. Die Dame war wohl sehr gefragt.

Ein wunderschönes Stück!

Den Tanzfächer habe ich letztlich nicht gekauft, er war verständlicherweise nicht ganz günstig und mir zu schade für die Schublade. Aber ich bin sehr glücklich über die tolle Geschichte dahinter.

 

Meine Ausbeute scheint Euch anhand der Auswahl vielleicht klein, aber ich habe mittlerweile gelernt, mich zurückzuhalten und nur wirklich besondere Stücke mitzunehmen. So komme ich erfahrungsgemäß von jedem Streifzug mit 3 - 6 Teilen zurück, so auch bei diesem. Die Taschen sowie die Broschen werden in den Shop wandern, Kleid und Lampe in meinen Fundus.

 

Wie ist das bei Euch? Erzählt mir gern Eure Flohmarkt-Erfahrungen, Auswahl-Strategien und besonderen Geschichten...

Kommentare: 0 (Diskussion geschlossen)
    Es sind noch keine Einträge vorhanden.